Das Licht der Ideen kämpft mit dem Dunkel des schöpferischen Grundes und in diesem Kampfe erzeugt es das Farbenspiel der Phantasie.
Walter Benjamin

Unser neues digitales Archiv befindet sich derzeit im Aufbau und ist bald für dich verfügbar.

Willkommen im Archiv der neueKUNSTschule Basel

Die neue KUNSTschule in Basel hat ihre Ausbildungstätigkeit im Jahr 2022 eingestellt. Wir setzen unsere Arbeit jedoch in veränderter Form fort. Unser International-Complementary-Studies-Programm wächst stetig und ermöglicht es uns, die Ergebnisse unserer Forschung weltweit zu teilen, wo sie benötigt werden. Weitere Informationen zu unserem internationalen Studienprogramm finden Sie hier. (Hier wird ein Link folgen.)

Diese Website dient als bleibendes Online-Archiv und Rückblick auf unser kreatives Schaffen in Basel, in den Jahren 1998-2022.

Vielen Dank an alle, die unsere Schule über die Jahre hinweg geprägt und begleitet haben.

Wie sollte eine zukunftsorientierte Kunstausbildung aussehen?

Einleitung (Zvi Szirs Text)

Mit dem Beginn des Jahres 1997 wurde ich, Zvi Szir, wiederholt und von verschiedener Seite mit der Frage konfrontiert, ob es ein Studium geben könnte, in dem komplexe Grundlagen der Malerei gelehrt und vermittelt werden könnten. Daraus resultierte, dass ich anfing, folgende Fragen zu bewegen: „Wie sollte eine zukunftsorientierte Kunstausbildung aussehen, wenn sie ganz anderen Grundvoraussetzungen, Paradigmen, folgt, als jenen, die im Spätkapitalismus mit seiner einhergehenden Kulturindustrie gründen? Was würde es für die Malerei bedeuten, wenn das Vermitteln von künstlerischen Grundlagen einherginge mit einem Studium, das ein umfassenderes Welt-und Menschenbild eröffnet? Wie sollte ein Kunststudium aussehen, wenn der Mensch mehr ist als das höchste Tier in einer Evolutionsreihe? Was würde es für die zeitgenössische Kunst bedeuten, wenn der Mensch mehr ist als ein mit Vernunft begabter Körper? Was könnte es für den schaffenden Künstler, die schaffende Künstlerin bedeuten, wenn die wahrnehmbare materielle Welt nur ein Teil der Wirklichkeit ist? Ist es möglich, die Grenzen des Sichtbaren zu erweitern, um auch das Unsichtbare zu erforschen, ihm mit unserem Denken und Fühlen zu begegnen? Und wenn ja, was wird es für unser Kunstschaffen bedeuten? Es war eine enorme Herausforderung und zugleich eine Aufgabe, die für mich und meine Mitbegründerin Julitta Lea Krebs in diesem Moment bedeutsamer wurde, als die Entwicklung unserer eigenen künstlerischen Karrieren. Dieser Arbeit widmeten wir uns dann für die nächsten 25 Jahren. 

Die Ausbildung an der neueKUNSTschule hat das Entfalten und Aufbauen von künstlerischen Fähigkeiten zum Ziel

Um die künstlerischen Fähigkeiten in eine zukunftsorientierte Entwicklungsbahn zu bringen, bedarf es eines sorgfältigen Übungsweges und eines intensiven Studiums der Entwicklung der Kunst und des Menschen. So werden die Inhalte, auf die wir das Schwergewicht legen, immer von zwei Seiten angegangen: das Üben und das Studium, das Erleben und Erlangen im Tun und das Eröffnen und Erkennen im Denken.

Julitta Lea Krebs und ich haben uns  auf die Ausbildung von Malern und Malerinnen konzentrierten, weil das ein überschaubarer und entsprechender Rahmen für den Umfang unserer Arbeit war.

Ab Januar 1998 unterrichteten wir Studierende, zunächst in drei, dann in vierjährigen Vollzeitstudien, in denen wir gleichzeitig die Bedeutung eines Paradigmenwechsels entwickelten und erforschten. 

Der sich dabei herausbildende Studienweg lässt sich in drei Hauptelemente unterteilen. Um diese zu skizzieren, nachfolgend die zentralen Fragen: Wie kann ich mich dem Nichtsinnlichen nähern - die Aspekte des Realen durchdenken und erforschen, die unter Begriffen wie Leben, Seele, Geist begraben sind? Wie kann ich die Fähigkeiten entwickeln, die ich im Malen und Zeichnen brauche, und zwar auf eine Weise, die mit diesen Gedanken im Einklang stehen? Wie kann ich Sensibilität für die Elemente der Malerei, Linie, Fläche, Form, Farbe, Figur, Raum, Komposition, Erzählung usw. entwickeln, und zwar so, dass sie nicht mehr als formale Elemente erfahren werden, sondern als wirkende Wirklichkeiten, als Ereignisse, die sich in uns als Schöpfer und Beobachter abspielen?

Unser Studienweg & Die Diplome

Um diese zukunftsorientierten Fähigkeiten in eine konkrete Entwicklungsbahn zu bringen, hat sich an der neueKUNSTschule über 25 Jahre hinweg ein strukturierter, aufeinander aufbauender Studienweg etabliert:

  • Grundlagendiplom: Ein 3-jähriges Vollstudium in Kunst, Malerei und Anthroposophie – das Fundament, um das Erkennen im Denken und das Erlangen im Tun zu verbinden.
  • Fachdiplom in Malerei: Ein 1-jähriges Aufbaustudium zur Vertiefung der malerischen Fähigkeiten und der eigenen künstlerischen Wirklichkeit.
  • Fachdiplom in Buchillustration: Ein 1-jähriges Aufbaustudium, das sich der visuellen Erzählung und dem Zusammenspiel von Linie, Form und Raum widmet.
  • Pädagogischer Abschluss: In Zusammenarbeit mit der Akademie für anthroposophische Pädagogik (AfaP) für die Brücke zur pädagogischen Praxis.

Ein Blick zurück: Abschlussarbeiten und Ausstellungen

Eine Dokumention des kreativen Schaffens unserer Absolventinnen und Absolventen. Wählen Sie unten den gewünschten Bereich, um die Ausstellungen und Werke der verschiedenen Jahrgänge zu erkunden.

Abschlussausstellung Grundlagenstudium

Grundlagenstudium

Das dreijährige Grundlagenstudium an der neueKUNSTschule Basel fand seinen Höhepunkt und Abschluss in einer gemeinsamen Werkschau. Am Ende ihrer Ausbildung präsentierten die Studierenden ihre Arbeiten in einer großen Kollektivausstellung direkt in den Räumen der Schule.

Galerie Grundlagenstudium

Fachdiplome Malerei und Illustration

Nach dem Grundlagenstudium bot das optionale vierte Jahr eine intensive Vertiefung in den Fachbereichen Malerei oder Illustration. Die hier gezeigten Arbeiten zeugen von der Ausprägung einer eigenständigen künstlerischen Sprache.

Galerie Fachdiplome
Abschlussausstellung Fachdiplom Malerei
Seminare, Vorträge & Kultureller Dialog

Die neueKUNSTschule Basel verstand sich immer auch als ein offener Ort der Begegnung, des Lernens und des Austausches. Über die reguläre Ausbildung hinaus haben wir ein vielfältiges Programm an Veranstaltungen durchgeführt, das sich an Studierende, ehemalige Kunstschaffende, Pädagogen sowie an die breite Öffentlichkeit richtete.

Das kommende Jahr
Ausblick und Jahresthema 2021

Im Jahr 2021 beschäftigte sich die Schule mit den Geheimnissen des Schöpferischen und konzentrierte sich auf die Fragen nach der Entstehung von Welten: Wie erschaffe ich eine Welt? Davon ausgehend, dass die Schöpfer unserer Welt nicht „Techniker*innen“, sondern Künstler*innen waren, wurde gefragt: Wie ist unsere Welt als Beispiel des Schöpferischen erschaffen?

Als Grundlage für dieses Jahr dienten die Schilderungen Rudolf Steiners in der „Geheimwissenschaft“ über die Erschaffung der Welt in vier planetarischen Stufen. Die Weltentstehung wurde dabei weniger als solche studiert, sondern vielmehr als ein Mythos in grossen Bildern erzählt. Dabei konnte auf mehr als 20 Jahre Studium und Unterrichten der grossen Schöpfungsimaginationen aufgebaut werden.

Der Mythos wurde zur Quelle einer Suche nach neuer, erzählender und epischer Malerei. Die Arbeitsmethoden und Aufgaben, die wir an der neueKUNSTschule entwickelt haben, dienten hierbei als Boden und Ausgangspunkt.

Das Jahr wurde von zahlreichen Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen und Events begleitet und schliesslich mit einer grossen Ausstellung zum Mythos der Weltentwicklung an Pfingsten 2021 im Rahmen unseres Festivals gebührend gefeiert.

Ein Fest der Kunst, der Musik und des Abschieds
Das Pfingstfestival 2021

Seminare

Farbvorträge 2018 mit Zvi Szir

Eingeladen sind alle, die Interesse haben, tiefer in die Beziehung von Farbe und Mensch einzutauchen.

24. April Die Mythologische Geschichte der Hellsichtigkeit /8. Mai Die Erkenntnistheoretische Wirklichkeit der Hellsichtigkeit /5. Juni Farbe und Hellsichtigkeit - Die menschliche Aura im Profil von Rechts betrachtet / 12. Juni Die Farbe des inneren Erlebens, die Aura Farben  / 19. Juni Hellsichtigkeit und die Erlebnisse der Malerei   

Metamorphosen des Seelenlebens 2016 mit Zvi Szir

Auf Grundlage von: „Metamorphosen des Seelenlebens - Pfade der Seelenerlebnisse“      GA 58

Die Wirklichkeit hinter unserem seelischen Verhalten ist tiefer als jede psychologische Deutung. Zwei Türen können uns in diese komplexen Realitäten führen: geistige Forschung und die Künste. In einem einleitenden Vortrag und 50 Minuten Seminararbeit werden wir uns bemühen, Kunstwerke als Schlüssel der Seelenforschung zu aktivieren, um der geistigen Forschung eine visuelle Realität entgegenzutragen.

Die anthroposophischen 'Leitsätze' als Inspirationsquelle für Gegenwart und Zukunft mit Zvi Szir

Die „Anthroposophischen Leitsätze“ von Rudolf Steiner, geschrieben und veröffentlicht zwischen Februar 1924 und April 1925 (GA 26), bilden ein Konzentrat des anthroposophischen Denkens und Forschens. Kurz vor seinem Tod entwirft Rudolf Steiner in einer Art Vermächtnis das Wesen des Menschen zwischen Kosmos, Natur und Geschichte in knapper, verdichteter Form und legt damit einen Samen für eine mögliche kommende, künftige Form von Geisteswissenschaft. Die Leitsätze sind als Ausgangspunkt konzipiert. Es sind Texte, die auf ihre Entfaltung und Verwirklichung warten.

Die Seminare werden, auf drei Trimester verteilt, wöchentlich stattfinden. Insgesamt gibt es 33 Treffen von je 2 Stunden (50 Minuten Vortrag, 20 Minuten Pause und 50 Minuten seminaristische Arbeit). Wir werden versuchen, intensiv in die Leitsätze einzutauchen und sie zu verinnerlichen. Vom Standpunkt des Denkens und Geistes der Gegenwart werden wir uns fragen: wie können wir aus den gegebenen Texten Zukunftsimpulse für unser Leben erwecken?

Kunst zwischen Ost und West 2014 

Herbst 2013 bis Frühling 2014. Freitag 18:00 bis 10:00 Samstag 9:00 bis 18:00 Zeichnerische und malerische Arbeit geleitet von Julitta Krebs und Zvi Szir, begleitet von Vorträgen und Bothmer-Gymnastik.

Themen und Daten:Die Phantasie zwischen Handwerk und Figuration in der östlichen und westlichen Malerei. 25. / 26. Oktober 2013Die Ferne und der Tiefen-Raum.22. / 23. November 2013Die Meisterschaft und die Freiheit/Spontaneität, der Pinselstrich zwischen Geste und Form.17. / 18. Januar 2014 Die Begriffe der Leere in der Kunst des Ostens und des Westens. 14. / 15. Februar 2014Linie und Strich, Fläche und Flecken. 21. / 22. März 2014Bild und Text, Werke und Titel, Text im Bildraum.25. / 26. April 2014Zeit und Ewigkeit in der Malerei des Ostens und Westens.23. / 24. Mai 2014

Die Wochenenden können einzeln oder als Ganzes besucht werden. Sie sind für Künstlerinnen und Künstler, wie auch für Pädagogen und Kunstinteressierte gedacht. Die Kurse haben immer einen theoretischen und einen praktischen Teil und schöpfen aus der Forschungsarbeit der letzten 14 Jahre.

Farben und Menschenkunde 2009 mit Zvi Szir

Farbe und Sinne: Ausgehend von einem Durchdenken des Wesens der Wahrnehmung und Erscheinung (primäre und sekundäre Qualitäten) werden wir die Farben in ihrem Bezug zum Sinnesorganismus, zur kosmischen und embryologischen Entwicklung der Augen betrachten. Die Beziehung der Farbe zur physischen Konstitution des Menschen, im Besonderen zu den 12 Sinnen, als Grundlage und Offenbarung der seelischgeistigen Wirklichkeit, bildet den Kern des ersten Teils.

Farbe und Seele: Die Wirklichkeit der Seele als Innenraum, als Farbgeschehen, ist das Thema des zweiten Teils dieser Vortragsreihe. Wie kann die Seele als unsere Innerlichkeit erlebt werden (also als Raum), wenn sie nicht räum- lich zu messen ist? Was sind die drei Dimensionen der Farbe, die unserem “Seelen-Raum“ zu Grunde liegen? Wie kann die Farbenlehre so erweitert werden, dass sie eine Brücke zwischen Physik und Seelenlehre schlagen kann? Anhand von drei verschiedenen Farbkreisläufen und einer Phänomenologie der Seele versuchen wir ein Fundament zu legen, auf dem das Seelische und das Physikalische der Farbe zueinander finden können und so den KünstlerInnen als Werkzeuge wirklich brauchbar werden.

Farbe und Geist: as Offenbaren der inneren Erlebnisse in Farben, Imagi- nationen, Visionen und Halluzinationen wirft viele Fra- gen auf. Der dritte Teil wird dem Wesen des hellsichtigen Erlebens und der geistigen Wirklichkeit der Farbe gewidmet sein. Von einem erkenntnistheoretischen und einem mythologischen Gesichtspunkt aus werden wir die Hellsichtigkeit näher erkennen. Anschliessend wenden wir uns den drei Gesichtspunkten zu, den drei unterschiedlichen aurischen Erscheinungen des Menschen, um seine leibfreie Erscheinung (seine sogenannte „Aura“) in Bezug auf ihre Farbigkeit zu erhellen.

Eine Auswahl der Vortragsreihen

Pfingsten

2021 - Ein Fest der Kunst, der Musik und des Abschie

2016 Am Ende werden wir hier 

2014

Konzertreihe & Projekt „Aufbruch“

Begleitend zu den Ausstellungen war die Konzertreihe ein lebendiger Bestandteil des Schullebens, initiiert und organisiert von Elisa Siber. Die Konzerte ließen Töne und Farben in einen direkten Dialog treten.

Ein zentraler Meilenstein war das Projekt „Aufbruch“. Es begleitete die Schule musikalisch wie konzeptionell in der Phase des Wandels und des Abschieds von den alten Schulräumen. Dieses Archiv dokumentiert die Programme und Flyer, die den klanglichen Boden für den Neubeginn bereitet haben.

Julitta Lea Krebs

Mitbegründerin, Schulleitung & Dozentin für Malerei und Kunstgeschichte

Pädagogische Ausbildung. Akademisches Jahr: Institut per l'arte e il restauro, Florenz. Malfachklasse Franz Fedier, Schule für Gestaltung, Basel. Unterrichten von Gruppen in eigenem Atelier. Kunsttherapeutische Ausbildung: Institut für Gestaltende Therapie, Zürich. Allgemeines Anthroposophisches Studienjahr am Goetheanum.

Zvi Szir

Mitbegründer, Schulleitung & Dozent für Malerei, Anthroposophie, Kunstgeschichte 

Photographiestudium in Caracas, Venezuela, Kunststudium in Tel-hai, Israel, Freie künstlerische Ausstellungen wie auch journalistische und schriftstellerische Tätigkeit. Allgemeines Anthroposophisches Studienjahr am Goetheanum, Malunterricht im Studienjahr.

Website: https://www.zvi-szir.com/

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