Faye


Die Ausbildung war intensiv, der Stundenplan dicht, ermöglichte aber dennoch das selbständige Arbeiten in der Schule, die reichen Anregungen des Unterrichts weiterführend. Es wurde mir durch Julitta Krebs die Möglichkeit gegeben die äussere Sinnenwelt, Pflanzen, Tiere und Menschen, die malerischen Elemente, wie auch die Kunstwerke der Vergangenheit mit meiner Seele zu verbinden und sie anders zu sehen. Oberflächen wurden voll, Linien haben sich geöffnet. Es wurde mir allmählich klar, dass unser Blick schöpferisch ist, und dass wir die Aufgabe haben, alles, was wir sehen und hören, zu empfangen und mit grösster Verantwortlichkeit selber sprechen zu lassen. Die Anthroposophie-Stunden mit Zvi Szir kamen mir vor wie ein Geschenk, endlich durfte ich fragen, alles was ich wollte! Langsam konnte ich mir die klare, schöne und gute Gedankenwelt von Rudolf Steiner vertraut machen. Die Wesenheit des Menschen in ihrer Komplexität, die Kulturphänomene, Natur und Sterne, Religion und Comics, Farbe und Licht, all dies wurde mit Nüchternheit und Klarheit beobachtet und befragt.
Heute, wo ich wieder Musikerin bin und meine äussere Aufgabe wieder mit Singen verbinden darf, sehe ich, wie viel Glück ich hatte, diese Zeit in meinem Leben gehabt zu haben, und schon jetzt, wenige Jahre danach, kann ich die Schule als eine kostbare Perle erinnern, als einen Ort der Selbstentwicklung und als eine Dienerin der Kunst sehen.